228 Schultage, 477 Tage im Unternehmen
Als meine kaufmännische Lehre zu Ende ging, wurde mir eine letzte Herausforderung vorgeschlagen: meinen Werdegang in 2’000 Zeichen zu erzählen. Also los …
Ich begann meine Lehre mit 16 Jahren und erhielt vier Jahre später mein EFZ mit integrierter Berufsmaturität. Diese Ausbildung umfasste 228 Schultage, 477 Tage im Betrieb sowie ein Auslandsjahr dank des Programms « Commerce + ». So verbrachte ich je sechs Monate in Deutschland und in Irland, um zwei Sprachen zu lernen und gleichzeitig zu arbeiten.
Meine Anfänge waren eher zurückhaltend: Am ersten Tag kam ich 30 Minuten zu früh, sagte kaum hörbar «Guten Tag» und bewegte mich möglichst unauffällig an den Wänden entlang, um niemanden zu stören … Zum Glück fand ich schnell meinen Platz.
Die ersten sechs Monate meiner Lehre verbrachte ich im Personalwesen, wo ich die Grundlagen der Arbeitswelt erlernte: planen, E-Mails schreiben, Telefonate führen und Notizen machen. Zudem erhielt ich einen umfassenden Einblick in den gesamten Werdegang einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters – von der Einstellung bis zum Austritt.
Den Blick weiten, um besser zu verstehen
Anschliessend ermöglichte mir die Immobilienbewirtschaftung, die Struktur der Gruppe besser zu verstehen, indem ich mit allen Direktionen zusammenarbeitete. Dieses Praktikum brachte mir auch die Immobilienwelt näher, insbesondere die technischen Aspekte von Gebäuden.
Im zweiten Lehrjahr tauchte ich im Marketing in die Welt des Sponsorings, der Goodie-Verwaltung und der Organisation von Veranstaltungen ein. Danach entdeckte ich in der Kommunikation den Journalismus, das Verfassen von Texten sowie die Betreuung von Webseiten. Dabei wurde mir schnell klar, dass Schreibkompetenzen nicht improvisiert werden können und dass die Marketingwelt eine sorgfältige Planung sowie viel Einfallsreichtum erfordert, um mit kurzfristigen Änderungen umzugehen.
Nach meinem Auslandsjahr kehrte ich mit vielen Erinnerungen und grosser Dankbarkeit für diese Erfahrung zurück. Ich schloss meine Ausbildung in der Immobilienbewirtschaftung ab, ergänzt durch einen Tag pro Woche im Finanzbereich: Budgetkontrolle, Ausschreibungen, Präsentationen, Mini-Projekt … Ein letzter Sprint, der es mir ermöglichte, meine Kenntnisse zu vertiefen und noch viel dazuzulernen.
Lernen heisst vorankommen
Beim Schreiben über meine Lehre wird mir bewusst, welchen Weg ich zurückgelegt habe und wie wertvoll diese Erfahrungen waren. Ein herzliches Dankeschön an alle meine Berufsbildnerinnen und Berufsbildner für ihre Zeit, ihre Geduld und die Weitergabe ihres Wissens. Ich freue mich, dass mein Abenteuer bei der Groupe E weitergeht, während ich gleichzeitig die Hochschule für Wirtschaft beginne.
Text: Mégane Engler, ehemalige Lernende Groupe E